Umgekehrten Familiennachzug ermöglichen

Die Kinderrechte und das Recht auf Familieneinheit sind grundlegende Menschenrechte, die auch im Asylbereich vorrangig berücksichtigt und geschützt werden müssen.

Wofür setzen wir uns ein?

  • Die Schweizer Behörden müssen die familiäre Situation und das übergeordnete Kindesinteresse abklären, wenn sich ein unbegleitetes Kind in der Schweiz (im Asylverfahren, mit vorläufiger Aufnahme oder Asyl) befindet: Sie müssen abklären, ob sich die Eltern oder andere Familienangehörige im Heimatland oder in einem Drittland aufhalten und ob es dem übergeordneten Kindesinteresse entspricht, dass das Kind mit diesen vereint wird.

  • Den Eltern muss die Einreise in die Schweiz ermöglicht werden, wenn sie sich im Heimat- oder Drittland in einer Bürgerkriegs- oder sonstigen prekären Situation befinden und es im Interesse des Kindes ist, mit ihnen vereint zu werden. Dies kann beispielsweise mithilfe eines humanitären Visums geschehen. Auch anderen nahen Bezugspersonen ist die Einreise in die Schweiz zu gewähren, wenn eine enge Bindung zum Kind besteht und es in dessen Interesse ist, mit dieser Person zusammenleben zu können.

  • Die Rechte jedes Kindes müssen jederzeit gewahrt werden. Wenn ein Kind einmal in der Schweiz ist, sind die Schweizer Behörden dafür verantwortlich, seine Rechte und sein übergeordnetes Kindesinteresse stets zu wahren. Die Rechte des Kindes dürfen nicht eingeschränkt werden als «Sanktion» oder «Abschreckung» bezüglich des Verhaltens der Eltern. Die Schweizer Behörden sind zur Wahrung der übergeordneten Interessen, des Wohls und der Rechte jedes Kindes verpflichtet, das sich in ihrer Obhut befindet.